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Donnerstag, 22. März 2007

was man nicht vermisst

der schmale grat zwischen liebevoll belächelter absonderlichkeit und nervtötender peinlichkeit ist gelernten österreicherInnen ja wohlvertrautes pflaster. während einem also einige dinge und menschen nach zweieinhalb monaten schon abgehen können, gibt es vieles, was man einfach nicht vermisst:

eine kleine auswahl:

1. noen
lokaljournalistische ergüsse, die – mit der zielsicherheit eines besoffenen wildschweins – binnen weniger zeilen den inhaltlichen sprung von klubtagungen österreichischer parlamentsparteien im loisium zur legende vom russen-mit-grünem-veltliner-niedersaufen schaffen. dank an papa für die versorgung mit niederösterreichs unparteiischter övp-zeitung.

2. das „wichtigste bündnis der welt“ (rainer nikowitz) nicht jeden tag in unmittelbarer medialer nähe wähnen zu müssen, ist auch verkraftbar. derstandard.at tut sich trotzdem eine eigene rubrik an. tapfer!

3. verrauchte lokale. kein bisschen vermisst, dafür aber auf etwas gestoßen, das nach meiner rückkehr garantiert ausprobiert wird.

4. hundescheiße auf gehwegen. sorry, ich weiß das thema ist ausgelatscht (manchmal leider im wortsinn). deswegen hier ein aufmunternder link.

5. starmania. einfach so.


p. s.: das kommt morgen nach umeå. yeah!

p. p. s.: das gibt’s nächste woche.

die schlechte hälfte eines guten plans

die regierung erhöht die mineralölsteuer, und zwar kräftiger als bisher geplant. was im wahlkampf noch als „grüne belastungspolitik“ bezeichnet wurde, ist plötzlich eine taugliche maßnahme im kampf gegen den klimawandel.

nur gibt es da ein problem: mit einer steuererhöhung von 3 bzw. 5 cent wird man das fahrverhalten nicht großartig beeinflussen. wenn, dann müsste man schon etwas kräftiger an der steuerschraube drehen UND gleichzeitig massiv in die attraktivierung von bahn, bus und – oft vernachlässigt – rad investieren. der vcö hat dazu die durchaus überlegenswerte forderung aufgestellt, den kauf eines rades steuerlich absetzbar zu machen.

nur wenn öffis und nichtmotorisierter indiviualverkehr gleichzeitig mit einer MöSt-erhöhung in den fokus der verkehrspolitik rücken, hat man eine chance, das verkehrsverhalten entscheidend zu beeinflussen. so aber bleibt die erhöhung eine belastung, vor allem für jene, denen keine echte alternative zur verfügung steht.

apropos alternative: solche projekte sollte man in zukunft auf breiter basis fördern. gerade in niederösterreich gibt es immer mehr regionen, wo mobilität mit dem privatauto steht und fällt, landflucht ist die konsequenz. die schließung von öbb-nebenbahnen ab 2008 wird diesen trend verstärken. wieder ein beleg dafür, dass ökologische und soziale probleme untrennbar miteinander verbunden sind.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

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