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Mittwoch, 18. April 2007

kan du engelska?

die herren hoffmann-ostenhof und taschner beginnen eine interessante auseinandersetzung über englisch als lingua franca. und beide haben durchaus bedenkenswerte standpunkte vorzubringen. hoffmann-ostenhoff begeistert sich für die weltumspannende verständigungsmöglichkeit, die uns englisch heute bietet, während taschner mit recht darauf hinweist, dass der verständigung durchaus grenzen gesetzt sind, weil englisch in vielen fällen nicht muttersprache ist.

ich erlebe hier ganz ähnliche phänomene. in einer international besetzten gruppe, mit menschen aus dutzenden ländern, ist englisch die einzige möglichkeit zur kommunikation. das hat mehrere konsequenzen: zum einen kapslen sich studenten, deren englisch weniger ausgereift ist, schneller ab, kommen oft in kleingruppen zusammen, die dann französisch, deutsch oder italienisch sprechen.
zum zweiten gibt es für gute englisch-sprecherInnen gerade im universitären leben erhebliche vorteile, bei diskussionen in seminaren und dergleichen. besonders, wenn die sachverhalte komplexer werden, sieht man, dass wenige diskutanten das gespräch an sich binden. und wenn man einmal in eine argumentative konfrontation mit einem native-speaker (hier v. a. kanadier und us-amerikaner) kommt, muss man schon genau wissen, was man sagen will, um nicht aus rein sprachlichen gründen das nachsehen zu haben.

interessant aber ist, dass die sprache selbst sehr oft zum thema von gesprächen wird. dabei habe ich auch den blickwinkel der native speakers kennen gelernt: für die vielen kanadier, us-amerikaner, engländer und iren hier ist es nicht ganz leicht, ständig mit englischer sprache konfrontiert zu sein, die unter ihrem gewohnten konversationsniveau liegt. so grandios der lerneffekt ist, den man als non-native hier erfährt (auch dank viel wissenschaftlicher lektüre auf englisch), so wenig erfreulich ist es oft für natives, mit viel mäßigem englisch konfrontiert zu sein.

trotzdem: sprachliche vielseitigkeit wird hoch geschätzt, und die atmosphäre hier lädt ein zum sprachen lernen. mittlerweile genügt mein schwedisch schon einer alltagskonversation, reicht aber etwa noch lang nicht an das vieler finnen heran, die schwedisch in der schule lernen. aber kaum ein tag vergeht hier, an dem ich nicht zumindest einige minuten in drei verschiedenen sprachen spreche.

richtiges österreichisch ist aber leider nur selten darunter.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

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