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Montag, 30. Juni 2008

das schlimmste ist, dass es funktionieren könnte …

es ist schlimm genug, sich zu vergegenwärtigen, dass der bundeskanzler monatelang gepredigt hat, dass eine volksabstimmung über den vertrag von lissabon nicht notwendig ist, dass es die vornehmste aufgabe des parlaments zu sein habe, solche dinge zu entscheiden – und dann, kaum beginnt man in der partei etwas kräftiger an seinem sessel zu sägen, seine weise einsicht verkündet, wonach – ganz nach dem motto: was kümmert mich mein geschwätz von gestern? – eine volksabstimmung über einen ev. abgeänderten vertrag jedenfalls abgehalten werden müsse.

es ist zudem schlimm, wenn man sich vor augen hält, dass gusenbauer und faymann ihren schwenk im vollen bewusstsein, dass diese volksabstimmung nie und nimmer stattfinden wird, hingelegt haben.

besonders schlimm ist auch, dass die einzige motivation hinter dieser ganzen aktion die angst um das wahlabschneiden der spö ist. europa ist egal, die eu ist egal, volksabstimmungen sind egal – solange es der spö hilft, ist alles erlaubt.

noch schlimmer jedenfalls ist die devote art, mit der der baldige und der bald ehemalige spö-vorsitzende dem schlachtschiff des niveaubefreiten stumpfsinn-boulevards und seinem herausgeber bis zum anschlag in der arsch kriechen und dabei öffentlich nicht einmal rot werden (woher auch?).

das schlimmste an alldem aber ist, dass es funktionieren könnte.

wer in den letzten tagen die kronen zeitung zur hand genommen hat, der konnte sich ein bild davon machen, wie die stimmungslage im land sich wandeln wird, wenn diese kampagne bis in den wahlkampf (sind wir da nicht schon angekommen?) ausgedehnt wird.

dass der wahlkampf kommt, und zwar bald, war einigermaßen klar. die messlatte für das niveau, auf dem er sich abspielen wird, haben gusi und faymann in den letzten tagen auf null gesetzt.


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„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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