was heißt eigentlich „liberal“?
mit dem antreten des liberalen forums wird auf den meinungsseiten wieder einmal über den begriff „liberal“ schwadroniert. das spektrum reicht von spott und hohn bis zu vagen hoffnungen.
„liberal“ hat aber zumindest drei dimensionen, die in der diskussion selten auseinandergehalten werden. eine diskussion über liberalismus in österreich wird zumeist sehr schnell zu einem kampf um die deutungshoheit des begriffes „liberal“. also versuchen wir einmal zu trennen:
1. es ist ein alltagsbegriff. man spricht von „liberaleren öffnungszeiten“, einer „liberalisierung des welthandels“, oder „liberalen gesetzen“. grob übersetzt ist damit meist „frei“, vielleicht sogar „freizügig“ gemeint.
2. es ist ein politischer begriff. es gibt zuhauf liberale parteien und eine gar nicht so kleine liberale fraktion im europäischen parlament, deren mitgliederspektrum schon aufzeigt, dass es hier sehr heterogen zugeht.
in den usa etwa – einem hort liberalen denkens möchte man meinen – ist der ausdruck „liberal“ allerdings fast das gegenteil dessen, was man hierzulande meint. zumeist wird er als kampfbegriff der politischen rechten gegen demokraten oder linke verwendet. obama wurde z. b. im wahlkampf öfters schon als „most liberal senator“ bezeichnet – eine fragwürdige punzierung.
3. „liberal“ ist auch ein politikwissenschaftlicher begriff. der liberalismus ist immerhin jene geisteshaltung, die nicht unwesentlich an der wurzel von parlamentarismus, rechtsstaat, moderner demokratie, individuellen freiheiten und rechten steht. die entwickelten demokratischen staaten werden in der politikwissenschaft oft als „liberal democracies“ bezeichnet. der liberalismus als politische theorie hat bis heute – nicht zuletzt aufgrund historischer verdienste – seine berechtigung.
wie sehr sich eine person oder eine partei als „liberal“ bezeichnet, hängt damit auch davon ab, auf welcher begriffsebene diskutiert wird. ohne differenzierung wird aber jede diskussion darüber, was „liberal“ ist und was nicht, zur farce.
„liberal“ hat aber zumindest drei dimensionen, die in der diskussion selten auseinandergehalten werden. eine diskussion über liberalismus in österreich wird zumeist sehr schnell zu einem kampf um die deutungshoheit des begriffes „liberal“. also versuchen wir einmal zu trennen:
1. es ist ein alltagsbegriff. man spricht von „liberaleren öffnungszeiten“, einer „liberalisierung des welthandels“, oder „liberalen gesetzen“. grob übersetzt ist damit meist „frei“, vielleicht sogar „freizügig“ gemeint.
2. es ist ein politischer begriff. es gibt zuhauf liberale parteien und eine gar nicht so kleine liberale fraktion im europäischen parlament, deren mitgliederspektrum schon aufzeigt, dass es hier sehr heterogen zugeht.
in den usa etwa – einem hort liberalen denkens möchte man meinen – ist der ausdruck „liberal“ allerdings fast das gegenteil dessen, was man hierzulande meint. zumeist wird er als kampfbegriff der politischen rechten gegen demokraten oder linke verwendet. obama wurde z. b. im wahlkampf öfters schon als „most liberal senator“ bezeichnet – eine fragwürdige punzierung.
3. „liberal“ ist auch ein politikwissenschaftlicher begriff. der liberalismus ist immerhin jene geisteshaltung, die nicht unwesentlich an der wurzel von parlamentarismus, rechtsstaat, moderner demokratie, individuellen freiheiten und rechten steht. die entwickelten demokratischen staaten werden in der politikwissenschaft oft als „liberal democracies“ bezeichnet. der liberalismus als politische theorie hat bis heute – nicht zuletzt aufgrund historischer verdienste – seine berechtigung.
wie sehr sich eine person oder eine partei als „liberal“ bezeichnet, hängt damit auch davon ab, auf welcher begriffsebene diskutiert wird. ohne differenzierung wird aber jede diskussion darüber, was „liberal“ ist und was nicht, zur farce.
laurenzennser - 28. Jul, 11:42
