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Mittwoch, 30. Juli 2008

sie nannten ihn „westi“.

an jenem nicht übertrieben heißen sommernachmittag, von dessen ungetrübt blauem großstadthimmel herab die sonne sich redlich aber vergeblich mühte, peter w.s herz nach der herbsten all seiner ihm in erinnerung gebliebenen niederlagen – zumindest jener der jüngeren vergangenheit – mit ein paar sonnenstrahlen zu wärmen, war traurige gewissheit geworden, was er immer – zuunrecht, wie seine liebsten in ehrlicher aber schließlich für die harte wirklichkeit blinder zuneigung behauptet hatten – befürchtet hatte.
jenes land, für das er so lange und so leidenschaftlich wie kaum einer seiner zeitgenossen, die sich nun in scharen – soweit dieser ausdruck angesichts der zahlenmäßgen größe seiner bewegung überhaupt noch adäquat erschien – von ihm abzuwenden drohten, gekämpft und gelitten hatte, war drauf und dran, ihm, dem kind jener arbeitersiedlungen, denen er, nachdem er ihnen entwachsen war – im herzen stets den wurzeln treu bleibend – so vieles zurückgegeben hatte von dem, was ihm dort in jungen jahren widerfahren war, ihm, der für das wohl seiner heimat bereit war, bis zur geistigen und körperlichen selbstaufgabe zu gehen – eine grenze, die er öfter als ihm lieb überschreiten musste –, ihm, der kaum eine last, kaum eine bürde als zu groß empfand, wenn sie es wert war, für die menschen dieses landes, für seine heimat getragen zu werden, ihm den rücken zuzukehren.
dabei hatte an jenem denkwürdigen abend alles so gut begonnen – nun, um ehrlich zu sein, er hatte viel früher schon um einiges bessere tage gesehen, aber zum damaligen zeitpunkt war der kleine erfolg, den er zugegebenermaßen unter kräftiger mithilfe des alten mannes aus dem süden errungen hatte – seine eigene strahlkraft alleine litt zu diesem zeitpunkt ein bisschen, was er sich vornahm, mit umso mehr elan in den auseinandersetzungen der kommenden jahre wieder auszugleichen –, dieser kleine erfolg war jedenfalls grund zu aufrichtiger freude, und auch zum feiern, wie er, dessen temperamentvolles gemüt zu solchen anlässen richtig auf touren kam, fand.
und genau dieses temperament war es, das ihm zum verhängnis wurde, als er in bester feierlaune, und – zugegeben – freudentrunken im siegesrausch des erfolgs der kleinen aber feinen bewegung, als deren retter er noch in die schlacht um die gunst des volkes gegangen war, zu einem seiner mitstreiter, einem mann von jenem schlag, der im gegensatz zu ihm nicht mit der feinen klinge des scharfen wortes, sondern der stumpfen wucht der groben fäuste gesegnet war, jene unheilvollen worte sprach, deren widerhall von den wänden der den eindruck der zwielichtigkeit nur oberflächlich kaschierenden spelunke ihm noch wochenlang schlaflose nächte bereiten sollte:

„hauts de oaschlecha ausse!“

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

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