@orf: politik ist kein sport!
wahlkämpfe sind per se ja nicht gerade sternstunden der diskussionskultur und der kultivierten politischen auseinandersetzung. „zeiten fokussierter unintelligenz“ hat das der wiener bürgermeister einmal genannt. wenn man schon von den parteien nicht jene diskussionsqualität erwarten kann, die man sich wünscht, dann wären eigentlich die medien an der reihe, als forum für den wettstreit der ideen zu fungieren.
in diesem zusammenhang hat der orf (aber nicht nur der, und der hörfunk bildet mal wieder die löbliche ausnahme) sein historisches tief erreicht. die tv-konfrontationen zur wahl sind anschauliches beispiel dafür:
die inszenierung ist jene einer sportveranstaltung. fußballmatch, boxkampf oder dergleichen. da werden zwei streithanseln ins studio eingeladen, die einander einen möglichst mitreißenden kampf liefern müssen: wer geht zuerst in die offensive? wer landet einen treffer? wer verteidigt sich am geschicktesten? wer schießt ein eigentor?
jede tiefergehende inhaltliche debatte wird von der schiedsrichterin mit den worten „das wird für unsere zuseher zu kompliziert“ abgebrochen. der themenwechsel folgt prompt – und am besten dorthin, wo die vermutete (und in meinen augen stark unterschätzte) intelligenz der menschen vor den bildschirmen nicht überfordert ist: wollen sie denn eine koalition mit x eingehen, herr y? wie verstehen sie sich denn eigentlich privat? auf diese frage bitte nur mit „ja“ oder „nein“ antworten!
wenn die ganze chose dann vorbei ist, kommen die politik-prohaskas in gestalt von frau karmasin und herrn filzmaier ans wort. dann wird munter analysiert, wer den aggressiver war, wer seine fans besser überzeugen konnte, und überhaupt: wer denn gewonnen hat.
man sollte dem orf-tv mal folgendes unter die nase reiben:
1. die leute sind nicht so blöd, wie ihr glaubt. die vertragen schon ein bissl komplexität.
2. entertainment ist keine politische kategorie. tv-konfrontationen sind kein unterhaltungsformat. und ja: politik ist manchmal fad. wirklich öde. da geht’s um zahlen, um prozentsätze, um details, um sperrige materie. aber immerhin besser, als dieses kratzen an der oberfläche.
3. es ist egal, wer gewinnt. wichtig ist, was gesagt wird. politik ist eben kein sport.
in diesem zusammenhang hat der orf (aber nicht nur der, und der hörfunk bildet mal wieder die löbliche ausnahme) sein historisches tief erreicht. die tv-konfrontationen zur wahl sind anschauliches beispiel dafür:
die inszenierung ist jene einer sportveranstaltung. fußballmatch, boxkampf oder dergleichen. da werden zwei streithanseln ins studio eingeladen, die einander einen möglichst mitreißenden kampf liefern müssen: wer geht zuerst in die offensive? wer landet einen treffer? wer verteidigt sich am geschicktesten? wer schießt ein eigentor?
jede tiefergehende inhaltliche debatte wird von der schiedsrichterin mit den worten „das wird für unsere zuseher zu kompliziert“ abgebrochen. der themenwechsel folgt prompt – und am besten dorthin, wo die vermutete (und in meinen augen stark unterschätzte) intelligenz der menschen vor den bildschirmen nicht überfordert ist: wollen sie denn eine koalition mit x eingehen, herr y? wie verstehen sie sich denn eigentlich privat? auf diese frage bitte nur mit „ja“ oder „nein“ antworten!
wenn die ganze chose dann vorbei ist, kommen die politik-prohaskas in gestalt von frau karmasin und herrn filzmaier ans wort. dann wird munter analysiert, wer den aggressiver war, wer seine fans besser überzeugen konnte, und überhaupt: wer denn gewonnen hat.
man sollte dem orf-tv mal folgendes unter die nase reiben:
1. die leute sind nicht so blöd, wie ihr glaubt. die vertragen schon ein bissl komplexität.
2. entertainment ist keine politische kategorie. tv-konfrontationen sind kein unterhaltungsformat. und ja: politik ist manchmal fad. wirklich öde. da geht’s um zahlen, um prozentsätze, um details, um sperrige materie. aber immerhin besser, als dieses kratzen an der oberfläche.
3. es ist egal, wer gewinnt. wichtig ist, was gesagt wird. politik ist eben kein sport.
laurenzennser - 23. Sep, 11:42
