ursachenforschung am tag danach.
nach dem gestrigen wahltag lohnt ein blick zurück auf die wahlergebnisse der grünen in den vergangenen zehn jahren. so schauen die gewinne/verluste für alle eu-, landtags- und nationalratswahlen seit 1999 aus:

fazit: seit 2005 geht nicht mehr viel, nach der nationalratswahl 2006 gibt es nur verluste. ein erklärungsfaktor dafür könnte sein, dass schwarz-blau ein idealer reibebaum war, zu dem die grünen ein glaubwürdiges gegenprogramm darstellten. die dominante konfliktlinie zwischen links (spö, grüne) und rechts (övp, bzö, fpö) verliert mit dem abtritt der regierung schüssel II an bedeutung.
mit der neuauflage von rot-schwarz ab 2007 verschiebt sich diese konfliktlinie: statt rechte regierung vs. linke opposition heißt es dann spö gegen övp – und zwar innerhalb (!) der regierung.
theoretisch wäre die ausgangsposition jetzt ja nicht so schlecht: die – nicht mehr vorwiegend streitende – regierung in der mitte des politischen spektrums bekommt es mit opposition von rechts (fpö, bzö) und links (grüne) zu tun. das problem dabei: die rechtsparteien, vor allem die fpö, schaffen es, mit klassisch rechten themen (innere sicherheit, zuwanderung) die regierung unter druck zu bringen, attackieren die koalition aber gleichzeitig von links mit sozialen themen – ein gefundenes fressen in zeiten der wirtschaftskrise.
während die fpö (bzw. in kärnten das bzö) die großparteien also in die thematische zange nehmen kann, schaffen es die grünen mit kaum einem thema gegenüber den regierungsparteien zu punkten.
natürlich ist diese erklärung pauschal und vernachlässigt länderspezifische faktoren völlig. aber die delle in der grünen wahlkonjunktur ab 2005/2006 verlangt in ihrer auffälligkeit nach einer globaleren erklärung. und die könnte heißen: die grünen haben sich gegenüber rot-schwarz noch nicht wirksam positionieren können. langsam wird’s allerdings zeit.

fazit: seit 2005 geht nicht mehr viel, nach der nationalratswahl 2006 gibt es nur verluste. ein erklärungsfaktor dafür könnte sein, dass schwarz-blau ein idealer reibebaum war, zu dem die grünen ein glaubwürdiges gegenprogramm darstellten. die dominante konfliktlinie zwischen links (spö, grüne) und rechts (övp, bzö, fpö) verliert mit dem abtritt der regierung schüssel II an bedeutung.
mit der neuauflage von rot-schwarz ab 2007 verschiebt sich diese konfliktlinie: statt rechte regierung vs. linke opposition heißt es dann spö gegen övp – und zwar innerhalb (!) der regierung.
theoretisch wäre die ausgangsposition jetzt ja nicht so schlecht: die – nicht mehr vorwiegend streitende – regierung in der mitte des politischen spektrums bekommt es mit opposition von rechts (fpö, bzö) und links (grüne) zu tun. das problem dabei: die rechtsparteien, vor allem die fpö, schaffen es, mit klassisch rechten themen (innere sicherheit, zuwanderung) die regierung unter druck zu bringen, attackieren die koalition aber gleichzeitig von links mit sozialen themen – ein gefundenes fressen in zeiten der wirtschaftskrise.
während die fpö (bzw. in kärnten das bzö) die großparteien also in die thematische zange nehmen kann, schaffen es die grünen mit kaum einem thema gegenüber den regierungsparteien zu punkten.
natürlich ist diese erklärung pauschal und vernachlässigt länderspezifische faktoren völlig. aber die delle in der grünen wahlkonjunktur ab 2005/2006 verlangt in ihrer auffälligkeit nach einer globaleren erklärung. und die könnte heißen: die grünen haben sich gegenüber rot-schwarz noch nicht wirksam positionieren können. langsam wird’s allerdings zeit.
laurenzennser - 2. Mrz, 19:58
