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Dienstag, 17. März 2009

verbrecher ohne -innen.

der patriarch,

der durchgeknallte frauenhasser

und ein haufen pädophiler.

tim k., josef f. und die hunderten anonymen. drei unterschiedliche arten von gewalt, aber immer sind es männer. wer da behauptet, der feminismus sei schon zu weit gegangen, die rollenbilder seien bis zur ununterscheidbarkeit verkommen, und der „genderwahn“ sei der anfang vom ende des abendlandes, der ignoriert, dass das gesicht der gewalt hierzulande noch immer zumeist männliche züge trägt.

natürlich besteht die individuelle schuld der jeweiligen täter unabhängig von ihrem mann-sein. aber es ist kein zufall, dass gewalt (besonders gegen frauen und kinder) noch immer eine männerdomäne ist.

die fade wahl.

hans-peter martin, ursula stenzel, mercedes echerer, hannes kronberger. was die alle gemeinsam haben? allesamt wurden sie als kandidatInnen für vergangene europaparlamentswahlen von den österreichischen parteien gecastet. anscheinend sah man sich gezwungen zu mobilisierungszwecken die thematisch konfliktarmen wahlkämpfe mit vermeintlich spannenden persönlichkeiten aufzumöbeln.

heute: alles anders. zwar sucht das bzö noch und die övp scheint sich noch nicht gänzlich festgelegt zu haben, doch könnte es gut sein, dass wir einen wahlkampf mit othmar karas, hannes swoboda und ulrike lunacek als spitzenleuten erleben werden.

und das ist fein. sowohl swoboda als auch karas gehören zu den erfahrensten europapolitikern in österreich, beide haben sich im europäischen parlament zu profis auf dem eu-parkett entwickelt.

und beiden ist gemein, dass sie wohl nicht wirklich als charismatische frontleute an der spitze einer wahlbewegung die massen mobilisieren werden. damit stehen die chancen für einen themenzentrierten wahlkampf gut. bleibt zu hoffen, dass es europäische themen sind, die die auseinandersetzung dominieren.

davon gäbe es genug: neue regeln für ein zukünftiges eu-wirtschaftssystem, die europäische klimapolitik, die rolle der eu als potenzielle militärische macht, und überhaupt: die zukunft der europäischen integration und damit verbunden die des vertrags von lissabon.

es könnte also eine richtig schön fade wahl werden. hoffen wir’s.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

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