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Donnerstag, 6. September 2007

der heilige schein.

zwei artikel – einmal im standard, einmal in der zeit – bringen es auf den punkt: die angesichts des papstbesuchs grassierende frömmigkeit ist eine schöne fassade, hinter der sich brüchiges mauerwerk befindet.

nun ist das alles keine katastrophe: der pragmatismus, der sich hierzulande im umgang mit der katholischen kriche und ihren glaubensinhalten breit gemacht hat, tut einer demokratischen und friedlichen entwicklung keinen abbruch – eher im gegenteil. würden tatsächlich alle römischen katholiken die lehre der kirche für voll nehmen, gäbe das stoff für zahlreiche konflikte (was in der vergangenheit ja auch so passiert ist …).

besonders seltsam finde ich hingegen, wenn christliche werte und traditionen von leuten, die damit in ihren alltag nichts zu tun haben, herangezogen werden, um damit stimmung gegen moslems bzw. den islam selbst zu machen.

ein hc strache-plakat mit stephansdom, jörg haider als retter des christlichen abendlandes, oder presseaussendungen wie diese sind einfach nur lächerlich. vor allem das dritte lager war ja seit jeher antiklerikal.

wenn sich manche jetzt ein christliches mäntelchen umhängen, um damit etwas im rampenlicht zu stehen, ist das scheinheilig. wenn andere dasselbe tun, um stimmung gegen hier lebende moslems zu machen, ist das missbrauch.
weltbeobachterin (Gast) - 6. Sep, 21:20

manche sind halt aus Tradition in der Kirche.
Gab es da nicht so mal eine Studie.
mit einen Haufen Katholiken, allerdings noch mehr die nicht an Gott glauben.

kritikus (Gast) - 7. Sep, 09:13

Volle Zustimmung

Das trifft die Sache ganz genau, da muss man nichts mehr hinzufügen.

PS: Aber lass mir bitte den Strache in Ruhe, er ist der (einzige) Schutzpatron der Raucher, der letzte Strohhalm sozusagen... :)

laurenzennser - 7. Sep, 14:10

aber lieber kritikus

ihr habt doch jemanden wie den hc nicht nötig, oder? :)
creature - 8. Sep, 19:24

doch doch, der H.C. ist schutzpatron der raucher und der papst des freien sonntags, und der gusi ist.......hm...hm, fällt mir nichts mehr ein ;)

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
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