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Dienstag, 20. November 2007

die gene der neger.

unfassbar, was in mancher leute köpfe vorgeht. da sammelt sich krankes zeug, von dem man glauben sollte, dass es entweder längst vergangenen zeiten angehört, oder so haarsträubend ist, dass sich niemand mit einem funken verstand derartiges sagen traut.

in wahlkampfzeiten kommt es gehäuft vor, dass solch jenseitiges gedankengut aus wirren gehirnen an die zivilisatorische oberfläche dringt. europameisterverdächtig ist da immer wieder die fpö, diesmal in person der grazer spitzenkandidatin für die gemeinderatswahl. in einem falter-interview gibt susanne winter auf rassimus-schilderungen eines gebürtigen nigerianers folgendes zur antwort:

„Ich geben Ihnen eine provokante Antwort: Da ist etwas in Ihren Genen, das Sie noch nicht verarbeiten konnten. Sie können nichts dafür, weil erst jahrtausendelange Tradition bewirkt, dass man die eigene Tradition verarbeiten kann. Ich glaube, das kann nicht der Vorwurf sein, dass man Sie aus einem Lokal geworfen hat.“

und auf nachfrage, was denn mit den genen genau los sei:

„Sie wissen, dass Tradition, dass alles, was sich mit einer gewissen Menschenschicht in der Geschichte abgespielt hat, als Transformation in den Genen weitergegeben wird. Sie haben dadurch automatisch zu wenig Selbstbewusstsein und zu viel Hoheitsdenken der anderen Hautfarbe gegenüber in sich, deshalb sehen Sie das so.“


um so eine geisteshaltung zu beschreiben reicht ein wort: rassismus.
Weltbeobachterin (Gast) - 20. Nov, 23:07

ich könnte gar nicht soviel essen, wie ich kotzen müsste.

Die Entwicklung ins so extreme folgt dadurch, dass wir 2 rechtsextreme Parteien haben. BZÖ und FPÖ.

Weltbeobachterin (Gast) - 20. Nov, 23:11

habe es mir eben gelesen

die Frau bezeichnet sich als Stadtobmann! das ist doch krank, was die Frau zusammenredet und sie soll Chancen als Stadträtin haben???
Georg (Gast) - 21. Nov, 08:18

das ist

selbst für die FPÖ hart, zumindest als öffentliche Aussage.

In dem Bezug erlaub' ich mir mal ein bisschen Eigenwerbung, es sind neuerdings noch mehr von den Spinnern unterwegs:
http://www.rigardi.org/?p=65

nömix - 21. Nov, 12:16

Aus welcher Ecke auch immer Frau Winter ihre humangenetischen Küchenweisheiten aufgeschnappt haben mag, aber ihr Postulat

„Sie wissen, dass Tradition, dass alles, was sich mit einer gewissen Menschenschicht in der Geschichte abgespielt hat, als Transformation in den Genen weitergegeben wird.“

ist in dieser Form völlig haltloser Schmarrn. Die Evolutionstheorie des Lamarckismus ist seit der vorletzten (sic!) Jahrhundertwende empirisch widerlegt und als unhaltbar verworfen. Jetzt kommt die Frau daher und kramt ihre pseudowissenschaftlichen Schlaumeistereien aus der lamarckistischen Mottenkiste hervor. Das ist doch hirnsträubend.

Markus Gansterer (Gast) - 21. Nov, 13:44

tierbordelle

nicht schwach war auch die passage:

"Ihr Sohn hat in einer Aussendung Bürgermeister Nagl aufgefordert, Schafe in den Stadtpark zu treiben, damit es nicht zu Vergewaltigungen durch Moslems komme. Sind das nicht bedenkliche Fantasien?
[...]
Winter: Es gibt in muslimischen Ländern Tierbordelle, und wir bringen den Beweis. Die Aussendung war als Anregung gedacht, und es haben sehr viele darüber gelacht und das als witzig empfunden. Die Aussage meines Sohnes kommentiere ich sonst nicht weiter.

Wo genau soll es Tierbordelle geben?

Winter: Ich kann ad hoc keine Beispiele nennen."

laurenzennser - 22. Nov, 01:03

das ganze interview

ist dermaßen übel, dass ich mich wundere, wie es die beiden gesprächspartner der frau winter ausgehalten haben.
Maltro (Gast) - 22. Nov, 11:49

In Deutschland gibt es natürlich auch viele Rassisten, Nazis u.s.w..
In Österreich habe ich aber manchmal das Gefühl ist es viel Salonfähiger als hier in der BRD.

laurenzennser - 22. Nov, 21:04

ja …

… wir haben zwar keine npd, aber zwei parlamentsparteien, die weit jenseits von dem sind, was in deutschland akzeptabel ist.
franzjoseph - 22. Nov, 17:49

ich werd irre ...

... wenn ich das lese.

seit 20 jahren ist mensch aus fpö/bzö kreisen diesen dreck nun schon gewohnt. und dennoch "überraschen" die damen und herren immer wieder - in jedem wahlkampf neu - mit einem weiteren schub neuer "negativ-qualität".

dieses interview ist wieder mal so ein schub.

die zeiten des versteckten rassismus in der fpö sind endgültig vorbei. so deutlich wie hier ist er (auch wenn er IMMER vorhanden war) noch selten auf den tisch geknallt worden.

erschüttert.
franz joseph

FP'ler (Gast) - 26. Nov, 15:28

Winter voran!

Na, dann schau ma Mal wer am 20.1. einen Stadtrat kriegen wird. FP liegt momentan zw. 12 - 15% in den Umfragen. :-)

laurenzennser - 27. Nov, 00:18

das ist ja das traurige.

dass solche haltungen auch noch belohnt werden.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

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