irgendwas mit blau.
die tiroler landtagswahlen werden vom herbst auf den 8. juni vorgezogen. nicht zuletzt deshalb, um möglichen nationalratswahlen aus dem weg zu gehen. und tatsächlich mehren sich die anzeichen für einen baldigen urnengang auf bundesebene.
nicht nur die parteien basteln an allen möglichen plänen, um für neuwahlen gerüstet zu sein, auch die medien beschäftigen sich verstärkt mit wahrscheinlichen koalitionen nach der regierung gusenbauer I.
interessant aber, welche farbenspiele erwogen werden – und welche nicht: da wäre einmal thomas köhler, der im standard seine bekannte vorliebe für schwarz-grün bekundet. außerdem bloggt politologe peter hajek auf datum.at über diese variante.
komplementär dazu – dafür mit originellem titel – bekundet presse-querschreiber christian ortner sein missfallen gegenüber rot-blau, ähnlich wie hans rauscher, der die spö schon auf dem weg richtung fpö-duldung sieht – wogegen die övp laut gerfried sperl bei gelegenheit sofort wieder schwarz-blau machen würde.
zu rot-grün fällt anscheinend niemandem etwas ein – was auch immer man daraus schließen mag.
ich erwarte mir jedenfalls, dass die grünen in die nächste wahlauseinandersetzung – egal, wann das sein wird – mit einer klaren regierungsansage eintreten. auch, wenn die abgrenzung zu den anderen dadurch schwieriger wird. diese notwendigkeit ergibt sich allein aus den vorhandenen koalitionmöglichkeiten:
1. große koalition – will kaum jemand bei rot und schwarz. und das aus gutem grund, wie man sieht.
2. alle varianten mit blau und/oder orange – dreimal probiert. die bilanz: zweimal wurde die regierung (1986, 2002), einmal die partei (2005) gesprengt.
3. alle varianten mit grün (und die schließen blau und orange aus, selbst wenn sich unser bundessprecher jüngst in der zib2 in eine zweideutige aussage verheddert hat: eine zusammenarbeit mit blau oder orange hätte bei einem grünen parteitag schlicht keine mehrheit) – hier liegt in meinen augen der einzige weg, um 1. und 2. zu verhindern, und damit dem innenpolitischen dilemma zwischen großkoalitionärem stillstand und instabiler rechtsaußen-regierungsbeteiligung zu entgehen.
zu befürchten ist, dass die großparteien der fpö weiterhin wählerInnen zutreiben. und dann wird sich nur irgendwas mit blau ausgehen.
nicht nur die parteien basteln an allen möglichen plänen, um für neuwahlen gerüstet zu sein, auch die medien beschäftigen sich verstärkt mit wahrscheinlichen koalitionen nach der regierung gusenbauer I.
interessant aber, welche farbenspiele erwogen werden – und welche nicht: da wäre einmal thomas köhler, der im standard seine bekannte vorliebe für schwarz-grün bekundet. außerdem bloggt politologe peter hajek auf datum.at über diese variante.
komplementär dazu – dafür mit originellem titel – bekundet presse-querschreiber christian ortner sein missfallen gegenüber rot-blau, ähnlich wie hans rauscher, der die spö schon auf dem weg richtung fpö-duldung sieht – wogegen die övp laut gerfried sperl bei gelegenheit sofort wieder schwarz-blau machen würde.
zu rot-grün fällt anscheinend niemandem etwas ein – was auch immer man daraus schließen mag.
ich erwarte mir jedenfalls, dass die grünen in die nächste wahlauseinandersetzung – egal, wann das sein wird – mit einer klaren regierungsansage eintreten. auch, wenn die abgrenzung zu den anderen dadurch schwieriger wird. diese notwendigkeit ergibt sich allein aus den vorhandenen koalitionmöglichkeiten:
1. große koalition – will kaum jemand bei rot und schwarz. und das aus gutem grund, wie man sieht.
2. alle varianten mit blau und/oder orange – dreimal probiert. die bilanz: zweimal wurde die regierung (1986, 2002), einmal die partei (2005) gesprengt.
3. alle varianten mit grün (und die schließen blau und orange aus, selbst wenn sich unser bundessprecher jüngst in der zib2 in eine zweideutige aussage verheddert hat: eine zusammenarbeit mit blau oder orange hätte bei einem grünen parteitag schlicht keine mehrheit) – hier liegt in meinen augen der einzige weg, um 1. und 2. zu verhindern, und damit dem innenpolitischen dilemma zwischen großkoalitionärem stillstand und instabiler rechtsaußen-regierungsbeteiligung zu entgehen.
zu befürchten ist, dass die großparteien der fpö weiterhin wählerInnen zutreiben. und dann wird sich nur irgendwas mit blau ausgehen.
laurenzennser - 14. Mrz, 00:27
Markus Gansterer (Gast) - 14. Mrz, 12:12
ich fand vor allem hajeks beitrag sehr gescheit - egal wie man zu schwarz-grün steht.
wenn die anderen parteien sich anschließen, wäre das ein kompletter systemwechsel hin zu italienischen verhältnissen, wo parteiblöcke antreten und so ein quasi-mehrheitswahlrecht selbst basteln.
der vorteil ist klar: die wähler wissen vorher, auf was sie sich einlassen, inhaltlich wie personell.
ich glaube sogar, dass schwarz-grün so eine größere chance hätte als rot-grün, weil sich die inhalte besser ergänzen und so größere schichten angesprochen werden können.
rot-grün ist ja schon einmal quasi im doppelpack angetreten und das ging ja bei den wählern furchtbar schief.
wenn die anderen parteien sich anschließen, wäre das ein kompletter systemwechsel hin zu italienischen verhältnissen, wo parteiblöcke antreten und so ein quasi-mehrheitswahlrecht selbst basteln.
der vorteil ist klar: die wähler wissen vorher, auf was sie sich einlassen, inhaltlich wie personell.
ich glaube sogar, dass schwarz-grün so eine größere chance hätte als rot-grün, weil sich die inhalte besser ergänzen und so größere schichten angesprochen werden können.
rot-grün ist ja schon einmal quasi im doppelpack angetreten und das ging ja bei den wählern furchtbar schief.
laurenzennser - 15. Mrz, 22:28
ich bin nicht sicher
was ich von dem halten soll. das dilemma ist, dass man immer nach einer seite hin verliert. unter den grünwählerInnen sind schwarz-grün und rot-grün gleich gut vertreten, glaube ich. aber wie viele gibt es, die sich abschrecken lassen würden, wenn ihre erste präferenz nicht eintritt?

Ich halte ja...
Ein zweites Mal den jetzigen BK als Spitzenkandidaten ins Feld zu schicken, nachdem er sich seit Beginn '07 als der definitiv ungeschickteste Kanzler der zweiten Republik (edenfalls fällt mir auf die schnelle kein patscherter ein) etabliert hat, wäre nach jetzigen Gesichtspunkten ein von Anfang an verlorenes Rennen. Nachdem er so gut wie keines seiner zentralen Wahlversprechen umsetzen konnte (und die SPÖ ist da ja sehr personenbezogen vorgegangen '06, darum wird auch sehr vieles auf ihn projeziert, was er wmöglich direkt gar nicht verbockt hat - aber hey, er ist Kanzler...) kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ihm die Wählerschaft nochmal so bereitwillig alles abkauft. Dass er alle Versprechen zu Realität macht haben eh die wenigsten geglaubt, die sind im Grunde nicht mehr als Absichtsvorhaben für den Idealfall. Dass es SO ausgeht wie es das ist, hat aber wohl auch kaum wer erwartet.
Die Zeichen stehen dort eh schon auf Sturm, die Parteibasis dürfte ihm im Nacken sitzen, und mit seiner störrischen Haltung zur "Gesudere"-Geschicht wird das nicht besser werden. Der langen Rede kurzer Sinn: Ich glaub nicht, dass der SPÖ Spitzenkandidat im Herbst Alfred Gusenbauer heissen wird.
Zurück zu schwarz-grün: Imo prinzipiell eine denkbare Variante für eine Regierung. Eine Koalition mit der jetzigen VP-Spitze würde mir aber unbehaglich sein, denn die VP hat mMn eine Neuafstellung als Konsequenz einer Nachdenk-Regierungspause dringend notwendig. Noch dringender als die SPÖ.
Man darf auch nicht vergessen, dass einige grüne Initiativen (Platterwatch zB.) darauf ausgerichtet sind, umgesetzte VP-Ideen zu revidieren oder stark zu entschärfen. Das gibt von Anfang an viel Konfliktpotential her.
Was Rot-Grün angeht: Ja, her damit. Ich glaub aber, das wird in den Zeitungen deswegen kaum bis gar nicht erwähnt, weil nach derzeitigem Stand sowas rechnerisch mehr als unwahrscheinlich ist (was wiederum klare Ansagen, auch seitens der SPÖ ändern könnte).
Übrigens brauchen wir Grünen sowas wie eine "Hackler"-Initiative. Die Kernwählerschaft scheint aus gebildeten Städtern zu bestehen (die besser gebildeten wandern ja immer mehr in die Ballungszentren). Die Schwäche zB. in NÖ würde ich nicht nur auf die "bäuerlich-ländliche" Struktur des Landes und damit verbundenen Organisationsprobleme zurückführen, sondern auch, dass die Grünen den "Hacklern", den einfachen Arbeitern, Lehrlingen etc. kein konkretes oder wahrnehmbares Angebot machen. Habe ich schon von einigen "Betroffenen" gehört. Dadurch gehen uns Wähler verloren, die in ihrem Frust zB. von SPÖ auf FPÖ ausweichen. Ich glaube, die könnte auch erreichen, ohne ähnlich zu polarisieren und populistisch herumzutröten wie Blaurange.
Das ist zum einen ein Imageproblem (die Grünen gelten als Partei der Gebildeten und Studenten) und ein inhaltliches (gibt es konkretze Politikinhalte die das Lebensumfeld des sprichwörtlich "kleinen Mannes" ansprechen? Und wenn ja, warum weiß der meist nix davon?). Wir müssen nicht zu einer "Arbeiterpartei" werden, aber irgendwo doch zu einer Partei die etwas für Arbeiter hat. Da heissts dann vielleicht mit weniger "grünklischeebehafteten" Themen arbeiten.
Die Arbeiterschicht ignoriert den Umweltschutz nicht, hat aber heutzutage brennendere Probleme, die man ansprechen sollte. Den Umweltschutz muss man da zB. nicht ausklammern, aber nicht zentralisieren, weil wir da oft aufgrund des Vorurteils "mit denen wird eh nur das Benzin teurer" gar nicht erst die Chance haben, was anderes anzusprechen. Vielleicht zäumen wir DIESES Pferd nur von der falschen Seite auf. Wie auch immer das Problem "Arbeiter gewinnen" gelöst werden kann (dass müssen Parteistrategen und Analysten klären): Ich sehe darin den Schlüssel, dass wir nicht ewig im Bereich von 10-15% stagnieren.
Uff. Ich sollte diese Gedankengänge mal ordnen und nen eigenen Eintrag draus machen...
das ist