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khol und die homos.

ok, ok, ich geb es zu: es ist ziemlich einfach, andreas khol (ja, genau den!) auf seinen jüngsten kommentar in der presse hin als verstockten verfechter vorvorgestriger vorstellungen (alliteration rules!) von ehe und familie zu brandmarken. aber manchmal verlangen dumme sprüche von wegen "angeblicher diskriminierung" einfach nach einer resoluten antwort.

was sind also die argumente khols?

1. die homo-ehe schafft eine "ehe light", die die traditionelle institution ehe untergrabe.

2. die kinder und die frauen zahlen drauf, weil es dadurch weniger sicherheiten und absicherungen gibt.

3. die "alltagsdiskriminierung" muss selbstverständlich weg, aber nicht um den preis einer gleichstellung.

versuchen wir also, das mit etwas argumentativer logik zu entkräften:

ad 1.: khol vermischt zuerst homo-ehe und eingetragene partnerschaften. später trennt er die begriffe. er stellt fest, dass in frankreich die meisten eingetragenen partnerschaften (PACS heißt das dort) zwischen mann und frau geschlossen werden. was dabei gegen eine öffnung der ehe für homosexuelle mit allen rechten und pflichten spricht, wird nicht verraten.

ad 2.: dieses argument kann ich noch am ehesten nachvollziehen, es ist aber hier fehl am platz. man muss trennen zwischen zwei fragen. zum einen: soll man die ehe für homosexuelle öffnen? zum zweiten: soll man eine neue rechtsform für alle schaffen? khols zweites argument rechtfertigt höchstens bedenken gegenüber letzterem, nicht aber gegenüber der öffnung der ehe.

ad 3.: hier finden wir die klassische kognitive dissonanz vieler konservativer: keine gleichberechtigung, aber keine diskriminierung. (ähnliche nicht-logik gibt es bei der schuldiskussion oft: gesamtschule ja, aber nicht für alle.)
dabei weiß gerade der bildungsbürger khol nur zu gut, dass das lateinische wort "discrimen" soviel wie "unterschied" bedeutet. wenn schon, dann soll man offen sagen, dass man für die diskriminierung ist.

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laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
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