[>>]

Mittwoch, 30. April 2008

wer in nö etwas anstellt …

sibylle hamann schreibt einen bemerkenswerten artikel in der presse. sie bezieht sich dabei auf die aussage von erwin pröll, wonach jemand, der in nö etwas anstellt, mit dem schlimmsten rechnen müsse. diese worte galten drei rumänischen betrügern, die als falsche polizisten einige überfälle auf autofahrerInnen begangen hatten. einer der drei wurde beim aufeinandertreffen der falschen mit echten polizisten tödlich getroffen.

wie der missbrauchsfall von amstetten vor augen führt, liegt die eigentliche bedrohung woanders. nämlich in der zerrüttung von familienverhältnissen. und damit ist ganz und gar nicht die auflösung der traditionellen vater-mutter-kind-variante gemeint, wie sibylle hamann richtigerweise festhält:

Sagen wir es andersherum: Wer hierzulande die Familie „bedroht” und „zerrüttet” wähnt, hat üblicherweise Scheidungen, Alleinerziehende und homosexuelle Partnerschaften im Sinn. Die autoritäre patriarchale Familie hingegen genießt immer noch einen emotionalen und institutionellen Vertrauensvorschuss, den sie eigentlich nie und nimmer verdient. Jedenfalls nicht, wenn man ehrlich aufrechnet, was sie über die Jahrhunderte und in allen Kontinenten schon an Zerrüttung, Zerstörung und Gewalt angerichtet hat.

das schlimme am fall amstetten ist: man weiß, dass so etwas wieder passieren wird, dass es wahrscheinlich gerade eben passiert, ohne dass jemand etwas merkt. und es wird nie völlig zu verhindern sein. es führt einem nur tragisch vor augen, wo die gesellschaft tatsächlich morsch ist. nix böse ausländer, nix böse eu: in den eigenen vier wänden liegt eine bedrohung, gegen die alle anderen scheinbaren oder tatsächlichen gefahren irrelevant sind.
weltbeobachterin (Gast) - 30. Apr, 19:04

ja, den Artikel finde ich auch sehr gut. es kommt nicht auf die Form darauf an, sondern auf die einzelnenPersonen.
Eine Scheidung ist für alle beteiligten unerfreulich, aber besser als wenn man zusammenbleibt wenn man keinen Sinn mehr sieht. Und gerade Sexualstraftäter kommen oft aus dem engsten Familienkreis.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

who?

laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

suche

 

recent contributions

Mein Gott...das ist echt...
Mein Gott...das ist echt eine schreckliche Geschichte...
Irene Coole Spiele (Gast) - 7. Dez, 15:11
krems und die scheinheiligkeit.
in krems, meiner schulstadt, ist was passiert. zwei...
laurenzennser - 9. Aug, 01:37
hi freaks.
wenige wochen nach der ep-wahl haben sich die fraktionen...
laurenzennser - 19. Jul, 20:33
Das perfideste an diesem...
Das perfideste an diesem komischen Protest ist ja,...
Mathias (Gast) - 14. Jul, 13:07
schwerer denkfehler
lieber laurenz, tut mir leid, aber ich seh' einfach...
Michael Bauer (Gast) - 7. Jul, 13:18
also mal halblang
man muss schon differenzieren: dass ö eine (viel)...
laurenzennser - 7. Jul, 10:33
spiel-satz-sieg für...
also über diesen beitrag muss ich mich schon sehr...
Michael Bauer (Gast) - 6. Jul, 20:20
free access to bullshit.
die nächste novelle zum universitätsgesetz...
laurenzennser - 6. Jul, 17:55

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB