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Montag, 26. Mai 2008

die nigerianische övp.

ein hochinteressantes interview führt maria sterkl (mir via schwesterherz bekannt aus wilderen jugendtagen) auf derstandard.at. ein offensichtlich aus nigeria stammender junger mann gründet einen „verein konservativer migranten“ und findet unterstützung bei der övp, bekommt sogar ein büro in der lichtenfelsgasse.

das mag auf den ersten blick verwirrend wirken, aber die kernaussage des interviews ist in meinen augen völlig richtig: die meisten migrantInnen kommen aus sehr konservativen, oft stark religiösen milieus. da wäre die nähe zu einer konservativ-religiös geprägten partei eigentlich die natürlichste sache der welt – stünde einer annäherung nicht die asyl-, einwanderungs- und integrationspolitik der övp diametral entgegen.

aber immerhin: willi molterer trifft migrantInnen zum frühstück. auch nicht schlecht zu wissen. und mit dem letzten satz im interview bekommt die lektüre desselben auch noch einen – wenn auch unfreiwilligen – komischen schlusspunkt:

„Die ÖVP ist sicher eine sehr interessante Partei für mich, weil sie in einigen Dingen manchen nigerianischen Parteien ähnelt.“


das mag einiges an der ungewöhnlichen allianz erklären. das deutsche auswärtige amt belehrt uns nämlich über das nigerianische parteiensystem:

„[… ] eine Ausrichtung an bestimmte Interessensvertretungen oder gar Weltanschauungen gibt es bei den großen Parteien nicht […]“

na dann.
Markus Gansterer (Gast) - 26. Mai, 16:07

wenig widersprüche

ich stimme dir da völlig zu, dass die övp sicher für viele migrantInnen ob ihrer gemeinsamen konservativen ausrichtung eine wählbare partei darstellen. auf der anderen seite des spektrums gibt es wieder links-"konservative", also eher marxistisch-linke migrantInnen, die deshalb nie nähe zur spö suchen.
ein paar fortschrittliche wählen grün, aber viele sind das nicht. das ist ein gerücht, dass die grünen unter den migrantInnen einen hohen zuspruch haben.

ich sehe auch geringen widerspruch zwischen einwanderungspolitik der konservativen und rechten und migrantischen interessen: auch migrantInnen wollen, dass wenig konkurrenz für sie nach Ö kommt.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
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