raus aus euratom!
so, über den störfall im akw krsko ist bereits vieles geschrieben worden. ich will ein paar grundsätzliche überlegungen anstellen:
in österreich gibt es einen seit der zwentendorf-abstimmung gewachsenen politischen konsens darüber, atomkraft nicht als energiegewinnungsform in betracht zu ziehen. das ist prinzipiell löblich, wenn auch die realität der österreichischen stromversorgung dem hehren vorsatz gar nicht folgen mag.
aber zu etwas anderem: warum nimmt die österreichische bundesregierung störfälle wie den in krsko nicht zum anlass, um einen austritt aus dem euratom-vertrag zu forcieren? mittlerweile ist klar, dass ein einseitiger austritt völkerrechtlich möglich ist und auch die eu-mitgliedschaft davon nicht betroffen wäre. sogar der oberösterreichische landtag hat (*grünes schulterklopf*) schon eine resolution für den euratom-austritt verabschiedet. immerhin fließen 40 millionen euro steuergeld jährlich aus österreich ins europäische kernenergiewesen.
wenn es also einen anti-atomkraft-konsens in österreich gibt, warum passiert dann nichts? ist die bundespolitik zu feig? das glaub ich nicht, immerhin hat man zu anderen anlässen recht großspurig mit einem veto gedroht. oder ging’s damals tatsächlich (aber vergeblich) nur um den wahlerfolg der steirischen vp?
in österreich gibt es einen seit der zwentendorf-abstimmung gewachsenen politischen konsens darüber, atomkraft nicht als energiegewinnungsform in betracht zu ziehen. das ist prinzipiell löblich, wenn auch die realität der österreichischen stromversorgung dem hehren vorsatz gar nicht folgen mag.
aber zu etwas anderem: warum nimmt die österreichische bundesregierung störfälle wie den in krsko nicht zum anlass, um einen austritt aus dem euratom-vertrag zu forcieren? mittlerweile ist klar, dass ein einseitiger austritt völkerrechtlich möglich ist und auch die eu-mitgliedschaft davon nicht betroffen wäre. sogar der oberösterreichische landtag hat (*grünes schulterklopf*) schon eine resolution für den euratom-austritt verabschiedet. immerhin fließen 40 millionen euro steuergeld jährlich aus österreich ins europäische kernenergiewesen.
wenn es also einen anti-atomkraft-konsens in österreich gibt, warum passiert dann nichts? ist die bundespolitik zu feig? das glaub ich nicht, immerhin hat man zu anderen anlässen recht großspurig mit einem veto gedroht. oder ging’s damals tatsächlich (aber vergeblich) nur um den wahlerfolg der steirischen vp?
laurenzennser - 6. Jun, 11:22

nein
die grünen standardargumente mit bezug auf kernspaltung und kernfusion kenne ich alle - bitte nicht wiederkäuen - das problem besteht vor allem auch darin, dass sie seit einem guten vierteljahrhundert nicht mehr einer sich ändernden realität angepasst wurden. man kann heute meiner ansicht nach sowohl für die abschaltung alter anlagen sein und dennoch einen beitrag von kernenergie der neuesten generation gutheissen - wenn man wie ich davon ausgeht, dass der natürlich wünschenswerte "renewable-only" weg global nicht gleichzeitig mit der 11-15Mrd Bevölkerungsspitze Mitte des 21. Jh und gleichzeitig mit der von der UNO prognostizierten ebenfalls für dieses Jahrhundert angesagten Befreeiung aus Rückständigkeit und Armut für einen grossen Teil des Globus schaffbar sein wird - und es daher für nochmal mindestens 50 bis 150 Jahre einer Brückentechnologie bedarf. Einer Technologie, die manchen vielleicht Sorgen macht - die wir aber als in Summe für diese Phase der Menschheit kleinstes Übel wahrnehmen könnten.
Ob dann am Ende dieser Phase die Renewables alles übernehmen werden - oder aber auch eine für Jahrmillionen vollkommen sauber nutzbare Kernkraftvariante verfügbar sein wird - die Beantwortung dieser Frage werden wir nicht mehr erleben. Die Forschung an ihr sind wir meiner Ansicht unseren Kindern schuldig - in alle denkbaren Richtungen und ohne mentale Vorbehalte (weder gegen "echte" renewables, noch gegen verblüffende und vielleicht teilweise auch "neue" physik).
nur ganz kurz
1. kernfusionsforschung ist eben nur ein teil von euratom
2. die möglichkeiten der kernkraft, den weltenergiehunger zu stillen sind insgesamt begrenzt
siehe:
http://www.eia.doe.gov/oiaf/aeo/figure_7.html
(und die eia ist wahrlich keine grün angehauchte organisation)