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Samstag, 26. Juli 2008

zurück.

wer 10 tage auf einem einsamen bauernhof im salzburger oberpinzgau verbringt, sich dabei die zeit mit wandern und lesen vertreibt, der versäumt so manches, was in der politisch-medialen öffentlichkeit passiert.

mein persönliches update:

• jörg haider dreht (schon wieder) durch.
• barack obama ist kein berliner.
• heide schmidt tritt für das lif an.
• karel brückner wird bundeskanzler … äh -trainer.
• herr karadzic kommt endlich vor den richter.

und, wie ich finde, sehr erfreulich:

die grünen machen was gescheites aus der chorherrschen wahlkampfplakateaktion. alle entwürfe gibt’s hier zum anschauen. im august gibt es dann ein online-voting auf derstandard.at, die populärsten entwürfe gehen anschließend in druck und werden im wahlkampf verwendet. alle details zum mitmachen und voten hier.

achja, noch was lokales: die linde am langenloiser holzplatz soll fallen. entgegen anders lautender öffentlicher versprechen des bürgermeisters. wir tun was dagegen. ob’s reicht, werden wir bald sehen.
Martina Berthold (Gast) - 30. Jul, 00:40

Und zu Salzburg hast du nichts mitbekommen? ;-)

Hi Laurenz, ist ja echt nett wenn nö Grüne in Salzburg urlauben (freut sich die Grüne Salzburgerin). Zeit auf einem einsamen Bauernhof zu verbringen tut gut und hat nichts mit "ÖVP" zu tun. Ich bin übernächste Woche auch in den Bergen unterwegs (allerdings ohne Liederbuch und Querflöte :-)... Und zu Salzburg: Hast du das Festspielgetöse auch dort oben mitbekommen? Da geht's mal wieder um die sogenannte Hochkultur und die Reichen und Schönen. Ach, was kümmern uns die Themen und Probleme der "normalen" BürgerInnen...?

laurenzennser - 30. Jul, 13:56

naja

es war schon eine neue erfahrung für mich flachländer, zum ersten mal für längere zeit in den bergen zu sein, obwohl man als gelernter österreicher ja weiß wie die alpen ausschauen. den letzten tag haben wir in salzburg stadt verbracht, allerdings wenig vom festspielrummel gemerkt. dafür war ich - wieder einmal - beeindruckt vom radverkehr dort. das wär was für wien.
bruckner (Gast) - 30. Jul, 10:07

was gscheites?

hallo, hätt da eine frage -
grundsätzlich, dem ersten impuls gehorchend, find ich diese aktion schon auch gut, weil partizipation und all das... - aber: irgendwie lässt mich dabei das gefühl nicht los, dass das schon recht bezeichnend für den zustand der grünen ist. da gibz einfach keine klare linie, keine strategie - und, ich weiß, ich wiederhol mich, keine positionen. das ist alles und nicht, das rinnt einem durch die finger. ja, eh lieb. wie gehts dir als praktizierendes mitglied dabei?

laurenzennser - 30. Jul, 14:01

also

die strategie, die klare linie, die seh ich schon in jüngerer vergangenheit. meine kritik wäre eher in die gegenrichtung gegangen. zu einheitlich, zu brav, zu "strategisch" ...

in der hinsicht bin ich äußerst angetan von der aktion. natürlich bastelt man so kein wahlkampagne, aber man bekommt input von leuten, mit denen man sonst nicht so leicht in kontakt kommen könnte. und das ist ja eines der ziele im wahlkampf, dass man mit menschen in kontakt tritt.

die übergeordnete strategie für den wahlkampf und darüber hinaus wird natürlich grünintern gemacht. und die sollte aus einem guss sein, logisch.

was die positionen der grünen betrifft würd mich interessieren, worin genau die unklarheit besteht. die inhaltlichen standpunkte mögen einem gefallen oder nicht, aber dass sie vorhanden sind, lässt sich in meinen augen nicht bestreiten.
bruckner (Gast) - 31. Jul, 09:04

positionen

bildungspolitik, gesundheitsreform, steuerreform, ... etc. -
und: ja, tom schaffer (wie auch die frau glawischnig) hat mich schon drauf hingewiesen - auf der homepage der grünen sind die positionen nachzulesen - aber: das kanns nicht sein! das geht so nicht. die grünen müssen präsent sein im politischen diskurs -
und wenn jetzt bildungspolitik ansteht - dann halt in sachen bildung! aber stattdessen muss der herr brosz (seines zeichens bildungssprecher, wie ich auf der homepage nachlesen konnte) pressesprecher in NÖ austauschen - ist das sinnvoll? der einzige, der präsent ist, ist der herr pils - möge man halten von ihm, was man will, aber er profiliert die partei. was der liebe herr vdb nicht tut. weil er eben nur lieb ist.
und: was ich einfach nicht pack, ist, dass das den grünen scheinbar kein problem ist - also dass sie so ein wabernder netter haufen sind...

laurenzennser - 31. Jul, 12:14

ist es also

ein problem der positionen oder der schlechten kommunikation? wenn es zweiteres ist, so kann ich die kritik zum teil nachvollziehen. es gibt da so einen satz bei den grünen, der das problem gut beschreibt: "wenn's der sascha nicht sagt, hat's niemand gesagt". das soll kein ausrede sein, aber die pressekonferenz zum grünen modell für steuerentlastung ist medial die siebzehnte nachrichtenmeldung von links. und ja: bei der bildung seh ich auch konzeptuell defizite, nicht nur in den kommunikation (anders in der steuerpolitik, wo bruno rossmann imho einer der fähigsten politiker ist). da hoffe ich, dass sich nach der wahl mit dem neuen bildungssprecher (harald walser aus vbg) auch noch einiges mehr tut.
bruckner (Gast) - 31. Jul, 14:03

wie du schreibst -

sowohl als auch: tlw. positionslosigkeit - tlw. fehlende kommunikation - und: das ist meines erachtens eine zentrale funktion einer politischen partei, das kommunizieren.

laurenzennser - 31. Jul, 15:00

das ist natürlich

vollkommen richtig. aber gerade für die kommunikation im wahlkampf ist die oben angesprochene plakat-aktion ein plus: wahlkämpfe haben es eben so an sich, dass die kommunikation nur in eine richtung verläuft - von der partei zum wahlvolk. wenn wir kommunikation mit den menschen ernst nehmen wollen, dann müssen wir versuchen, diese einbahnstraße aufzubrechen. zu diesem zweck ist die aktion durchaus sinnvoll, meine ich.
natürlich folgt so ein bottom-up-approach keinem strategischen kommunikationsmasterplan und die kommunikationslücken, die anderweitig entstehen werden damit keinesfalls gestopft. aber vielleicht gibt es einen vorschlag, wie man diesem manko besser beikommen könnte?
bruckner (Gast) - 1. Aug, 10:15

was mir spontan -

dazu einfällt, ist authentizität der handelnden personen -
und - tut mir leid - die frau glawischnig ist das einfach nicht. wenn sie beispielsweise - als gattin vom atv-motorsport-typen - eine pressekonferenz zum SUV-verbot in wien macht.
ich denk, die menschen müssen polikerInnen glauben können, was sie sagen, weshalbs prinzipiell um zu- und vertrauen geht. und leider stellt sich das bei mir nimmer wirklich ein - insbesondere auch angesichts von der geschichte mit theresia haidlmayr...
http://oe1.orf.at/inforadio/94159.html

laurenzennser - 1. Aug, 13:29

zum einen

sollte man in meinen augen die politischen aussagen und tätigkeiten von eva glawischnig nicht danach werten, welchen beruf ihr mann ausübt. zu theresia haidlymayr soviel: ob sie auf einen guten bundeslistenplatz gewählt wird oder nicht, bestimmt nicht irgendeine parteizentrale oder -spitze, sonder allein der grüne bundeskongress. der findet im september statt. wenn man demokratische standards hochhält, dann sollte niemand fix davon ausgehen können, dass er oder sie garantiert einen platz bekommt. die entscheidungen der viel gescholtenen basis kann man eben nicht vorwegnehmen. auch in den bundesländern müssen heuer viele etablierte mandatarInnen darum kämpfen, wieder einen vorderen listenplatz zu bekommen. und das ist gut so. in vorarlberg kommt da frischer personeller wind hinein, in der steiermark voraussichtlich auch, und wer weiß was in nö passieren wird, wenn am 10. august die landesliste gewählt wird ... es gibt jedenfalls deutlich mehr innerparteilichen wettbewerb und mehr konkurrenz als noch vor einiger zeit. und das halte ich für gut.
bruckner (Gast) - 4. Aug, 11:16

womit du zweifellos recht hast...

also: dass man die frau glawischnig nicht nach den tätigkeiten ihres mannes bewerten soll - stimmt. trotzdem ist es schwer ihr den SUV-quatsch abzunhemen, wenn ihr man gleichzeitig erzählt wie suprig selbige sind. der schlüssel liegt wie immer in der kommunikation. und im falle der grünen: in der fehlenden - bzw. beleidigten leberwurst haltung...
laurenzennser - 6. Aug, 14:37

ich seh das so:

der herr pieszcek hat einen job. teil seines jobs ist es, autorennen zu moderieren, präsentieren … whatever. wenn seine frau in ihrem job aus persönlicher und politischer überzeugung dafür eintritt, dass große, schwere, spritfressende autos gefälligst höher besteuert werden müssen, dann seh ich keinen widerspruch. vielleicht denkt sich sogar der herr p., dass das so sein müsse, immerhin ist ein unterschied zwischen formel 1 und dem alltags-straßenverkehr.

und dann würde mich noch interessieren, wo die beleidigte leberwurst bei den grünen zu hause ist …

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

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