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Montag, 6. Oktober 2008

eine lanze für die meinungsforschung.

regelmäßig bekommt die meinungsforschung nach wahlen eine auf den deckel. es habe gar nicht gestimmt, was prognostiziert worden ist. ohne das endgültige ergebnis, das heute abend feststehen wird, abzuwarten, kann man aber schon eines sagen: die umfragen waren – mit ausnahme des zweistelligen bzö-ergebnisses – sehr nahe am wahlresultat.

hier die gesammelten umfragen aus dem wahlkampf und das vorläufige endergebnis (in der grafik das große kästchen jeweils am ende) als übersicht:



wenn man die werte über die drei monate juli, august und september anschaut, dann erkennt man drei bewegungen:

• spö und övp tauschen platz an der spitze
• die grünen sinken
• das bzö steigt

interessant daran ist vor allem, dass sich das meiste auf und ab im august abspielt, während die umfragen im september einander viel stärker ähneln.
Raimund Bahr (Gast) - 7. Okt, 16:52

Meinungsforschung

Meinungsforshcung ist ja schön und gut. Was mich wirklich schockiert hat, war das Grüne Aktivisten vor der Wahl gesagt haben, wie angenehm sie die Stimmung auf der Straße ihnen gegenüber empfunden haben. Na ja, diese positive, ruhige Stimmung hätte uns damals schon irritieren sollen. (Mich hat das eher alarmiert als beruhigt, was die Stimmenmaximierung betrifft).
Für mich war es das Signal, daß wir in der Normalität der Parteienlandschaft angekommen waren. Habe das auch schon in meinem Blog vor der Wahl aufgeschrieben. (http://www.gruenerblog.com/article-23088372.html). Wir brauchen nicht immer teuere Meinungsforschungen, um herauszufinden,w ie die Leute denken, wir müssen nur die Signale, die uns auf der Straße gesandt werden, lernen richtig zu interpretieren. Nicht getragen von unserem harmoniebedürfnis von unserem analytischen Gesit, den wir als akademisch ePartei ja durchaus zur Verfügung haben.
Die Meinungsforscher liegen übrigens im Normalfall nur +/- 2% daneben. Wechsel- udn Protestwähler/innen hin oder her.

LG
Raimund

laurenzennser - 7. Okt, 20:13

lieber raimund

natürlich ist man nachher immer gescheiter. und für mich war die „stimmung“ (die per se etwas diffuses ist) nicht wesentlich anders als 2006. zumindest die gegenüber den grünen, außer dass ich viele kontakte hatte auch im engeren umfeld, die in richtung lif überlegt haben – auch aus unzufriedenheit mit einigen dingen bei den grünen …

jedenfalls: die meinungsforschung hat schon was für sich, aber sie kein wundermittel. ich finde das was eva glawischnig gesagt hat, vollkommen richtig: wir haben unsere kommunikation sehr auf mediale kommunikation konzentriert. vielleicht muss man direktere wege gehen, ob das persönlicher kontakt ist oder übers internet (aber eben ohne medium dazwischen) funkioniert.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
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