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Mittwoch, 19. November 2008

klima & entwicklung.

dritter teil der ungeplanten statistik-serie: klimaschutz und menschliche entwicklung. bekanntlich ist österreich ja eines jener länder, die ihr kyoto-ziel um längen verfehlen werden. gegenwärtig befinden wir uns bei rund plus 20 % statt bei minus 13 %. hier sehen wir die entfernung vom kyoto-ziel (daten aus 2006) auf der y-achse, den human development index auf der x-achse:

kyoto
roter punkt = österreich


jeder punkt repräsentiert einen staat mit reduktionsziel (so genannte annex-I-staaten), auch die usa sind inkludiert, obwohl sie das kyoto-protokoll nicht ratifiziert haben. staaten im plus-bereich liegen über ihrer reduktionsverpflichtung, staaten im minus-bereich übererfüllen sie.

man erkennt: für den gesamtrückgang der emissionen (rund 5 prozent für alle annex-I-staaten) sind hauptsächlich niedriger entwickelte staaten verantwortlich. der absolute großteil davon geht zurück auf den zusammenbruch der wirtschaft in den ländern des ehemaligen ostblocks.

tatsächliche reduktionsmaßnahmen sind nur in einigen ländern geglückt: schweden, großbritannien, in geringerem ausmaß in frankreich und holland.
maschi - 22. Nov, 15:26

worauf führst du die geglückten reduktionsmassnahmen in den genannten ländern zurück?

laurenzennser - 24. Nov, 10:57

ha!

das hab ich gestern überlegt, zum thema meiner diplomarbeit zu machen. hab ein bissl tiefer geforscht:

http://ec.europa.eu/environment/climat/gge_country.htm

im uk gehen alle sektoren mit ausnahme des verkehrs zurück, v. a. abfallmanagement und industrie sinken stark.

in schweden dürfte es raumwärme (energy excluding transport) und abfallmanagement sein, das den rückgang ausmacht. auch hier: verkehrsemissionen steigen gegen den restlichen trend.

die frage ist, was sind die politischen hintergründe. welche regierungsform, parteienkonstellation, föderale struktur etc. begünstigt solch eine entwicklung? solche fragen müsste man mal wissenschaftlich angehen … aber wie gesagt: diplomarbeitsthema, potenziell.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
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