das problem an den 2 stunden mehr.
claudia schmied will leherInnen zwei stunden länger in den klassen sehen. ohne lohnausgleich. klingt natürlich populär in einem land, wo lehrerInnen gern mal als minderleister punziert werden.
das problem dabei: angenommen, es gibt – vor allem dank jahrzehntelanger schwarz-roter pragmatisierungspolitik im schulbereich – einen teil an lehrerInnen, die unter ihrer eigentlichen leistungsverpflichtung arbeiten. eine solche regelung, wie sie nun vorgesehen ist, trifft vor allem jene, die da nicht dazugehören. jene, die nicht der überzeugung sind, dass sich zwei stunden zusätzlich in den klassen mit zwei stunden weniger vorbereitungs- und korrekturzeit pro woche bewältigen lassen. jene, die pro stunde in der klasse ein bis zwei stunden an vor- und nachbereitungsarbeit leisten.
das problem ist, dass es schwierig zu kontrollieren bzw. zu sanktionieren ist, wieviel an zeit lehrerInnen außerhalb der schule investieren. ein klassenvorstandsposten kombiniert mit einem korrekturintensiven schularbeitsfach ist kaum unter 60 wochenstunden zu machen, wenn es jemand ernst meint. darüber sollte man auch einmal reden.
das problem dabei: angenommen, es gibt – vor allem dank jahrzehntelanger schwarz-roter pragmatisierungspolitik im schulbereich – einen teil an lehrerInnen, die unter ihrer eigentlichen leistungsverpflichtung arbeiten. eine solche regelung, wie sie nun vorgesehen ist, trifft vor allem jene, die da nicht dazugehören. jene, die nicht der überzeugung sind, dass sich zwei stunden zusätzlich in den klassen mit zwei stunden weniger vorbereitungs- und korrekturzeit pro woche bewältigen lassen. jene, die pro stunde in der klasse ein bis zwei stunden an vor- und nachbereitungsarbeit leisten.
das problem ist, dass es schwierig zu kontrollieren bzw. zu sanktionieren ist, wieviel an zeit lehrerInnen außerhalb der schule investieren. ein klassenvorstandsposten kombiniert mit einem korrekturintensiven schularbeitsfach ist kaum unter 60 wochenstunden zu machen, wenn es jemand ernst meint. darüber sollte man auch einmal reden.
laurenzennser - 27. Feb, 23:53
jo (Gast) - 28. Feb, 13:28
wie wahr, wie wahr...
antworten
Christian Schreiter (Gast) - 28. Feb, 13:53
Ausser Schularbeiten ...
.... gibts dann auch noch immer intensiver werdende "Nebenleistungen", sprich: Erziehungsarbeit als solche. Auch nicht zu unterschätzen!
hannes hernler (Gast) - 1. Mrz, 16:09
nichts für ungut, aber wieviel erziehungsarbeit findet am nachmittag statt?
das wäre jetzt interessant zu erörtern, wie das aussieht. Zusatzstunden wegen Erziehungsarbeit. hmmm. nehmen sich die am Nachmittag ein paar Schüler mit um die extra zu erziehen? oder geht das per Fernerziehung? oder schriftlich?
Als Nichtlehrer brauche ich noch ein paar Informationen: was sind die Aufgaben eines Klassenvortsandes? Was ist konkret zu tun?
Was muss ein Deutsch/Geschichte Lehrer (Korrekturinstensiv?) im Semster zusätzlich zu den Unterrrichtseinheiten erledigen?
Mir gehts hier nicht um Polemik, sondern um Information, bitte.
Als Nichtlehrer brauche ich noch ein paar Informationen: was sind die Aufgaben eines Klassenvortsandes? Was ist konkret zu tun?
Was muss ein Deutsch/Geschichte Lehrer (Korrekturinstensiv?) im Semster zusätzlich zu den Unterrrichtseinheiten erledigen?
Mir gehts hier nicht um Polemik, sondern um Information, bitte.
laurenzennser - 1. Mrz, 20:24
@hannes hernler
ich bin als sohn eines deutsch/geschichte-lehrers aufgewachsen. daher ein beispiel: rechnet man z. b. für die korrektur einer schularbeit ca. 2 stunden arbeit (das scheint nicht arg übertrieben, wenn man sich sorgfältige arbeit erwartet), dann summiert sich das bei 25 schülerInnen in einer klasse auf 50 stunden arbeit (die innerhalb einer woche zu leisten ist, weil schularbeiten dann zurückgegeben werden müssen), ohne dass man eine minute in der klasse war oder stunden vorbereitet hat.
und selbst wenn ein lehrer für die korrektur einer hausübung 20 minuten pro schülerIn benötigt (was mich ehrlich gesagt über die qualität der korrekturarbeit nachdenken lassen würde), dann sind das bei 25 schülerInnen 8 stunden. gibt man aber nicht eine, sondern zwei oder drei hausübungen pro woche (was ja durchaus normal ist) ist es dementsprechend mehr. also: wer es ernst in seinem beruf meint, kommt mit einem korrekturfach (v. a. sprachen und mathe) unter 50 stunden nicht durch.
klassenvorstände haben, soweit ich weiß, seit einiger zeit eine menge an administrativen aufgaben zu erledigen, die eigentlich nichts mit unterrichten zu tun haben, aber besonders bei schülerInnen mit nicht-österreichischer staatsbürgerschaft hoch sind.
mit erziehungsarbeit ist – denke ich – gemeint, dass zunehmend erziehungsaufgaben (z. b. soziales verhalten in der gruppe) in der schule geleistet werden müssen. demgegenüber steht eine auslagerung von bildungsaufgaben an die familie (siehe die hunderten millionen für nachhilfe pro jahr). also eigentlich eine verkehrte entwicklung, oder zumindest eine, für die das bildungssystem dringend umgestaltet werden muss (mehr psychologInnen, sozialarbeiterInnen, etc.)
und selbst wenn ein lehrer für die korrektur einer hausübung 20 minuten pro schülerIn benötigt (was mich ehrlich gesagt über die qualität der korrekturarbeit nachdenken lassen würde), dann sind das bei 25 schülerInnen 8 stunden. gibt man aber nicht eine, sondern zwei oder drei hausübungen pro woche (was ja durchaus normal ist) ist es dementsprechend mehr. also: wer es ernst in seinem beruf meint, kommt mit einem korrekturfach (v. a. sprachen und mathe) unter 50 stunden nicht durch.
klassenvorstände haben, soweit ich weiß, seit einiger zeit eine menge an administrativen aufgaben zu erledigen, die eigentlich nichts mit unterrichten zu tun haben, aber besonders bei schülerInnen mit nicht-österreichischer staatsbürgerschaft hoch sind.
mit erziehungsarbeit ist – denke ich – gemeint, dass zunehmend erziehungsaufgaben (z. b. soziales verhalten in der gruppe) in der schule geleistet werden müssen. demgegenüber steht eine auslagerung von bildungsaufgaben an die familie (siehe die hunderten millionen für nachhilfe pro jahr). also eigentlich eine verkehrte entwicklung, oder zumindest eine, für die das bildungssystem dringend umgestaltet werden muss (mehr psychologInnen, sozialarbeiterInnen, etc.)
Christian Schreiter (Gast) - 2. Mrz, 18:03
@ Hannes
Dem Beitrag von Laurenz ist nichts hinzuzufügen, und genau so war es gemeint.
