[>>]

Dienstag, 7. April 2009

johannes hahn hat recht.

zumindest im prinzip. auch, wenn wenn die schaffung von legitimität durch selbst in auftrag gegebene umfragen ein absolut zweifelhaftes mittel ist. und auch, wenn die motive des wissenschaftsministers möglicherweise keine hehren sind, aber das zu behaupten wäre erstens kaffeesudleserei und zweitens für die sache selbst wenig relevant.

zur sache: der freie hochschulzugang in österreich ist ein relikt, das man behutsam entsorgen sollte. weder wurde dadurch die soziale selektion im bildungssystem behoben (da muss man im schulsystem ansetzen), noch wurde die qualität der studien erhöht.

kein anderes land in der eu verfügt über einen (mit ausnahme einiger fächer) freien und (großteils) kostenlosen hochschulzugang. selbst die ach so sozialen skandinavier (und das sind sie wirklich) haben ziemlich rigorose aufnahmebedingungen – allerdings sind das zumeist inhaltliche, keine finanziellen hürden.

nun liegt zwar die akademikerarbeitslosigkeit in österreich auf einem niedrigen niveau, die studienabbrecherquote ist aber sehr hoch. zynisch formuliert könnte man meinen, die leute werden hierzulande eben schon arbeitslos bevor sie ihren abschluss machen.

ein paar zahlen aus dem studium der politikwissenschaft an der uni wien zeigen die problematik:

hochschulzugang

blau sind die studienanfängerInnen, rot sind die absolventInnen. das missverhältnis zwischen jenen, die zu studieren beginnen und jenen, die tatsächlich auch abschließen ist ziemlich eklatant.

natürlich kann man sich auf den standpunkt stellen, dass die öffentliche hand akzeptable studienbedingungen für alle, die studieren wollen, zur verfügung zu stellen habe. tatsache ist, dass sich die budgets für die institute nicht plötzlich erhöhen, wenn auf einmal ein run auf ein studium einsetzt. im großen brauchen wir natürlich mehr studierende, höhere bildung für mehr menschen in österreich, gezielte programme (à la affirmative action) um migrantInnen und kinder aus bildungsfernen elternhäusern an die unis zu bringen. aber eine solide finanzierung eines studiums braucht halbwegs kalkulierbare studierendenzahlen.

der freie hochschulzugang hilft dabei genau gar nichts.
adi (Gast) - 16. Apr, 03:41

manche Firmen wünschen nicht mal einen Abschluss, sodass man einen Titel oder so hat. Schließlich müssten die Firma einem besser bezahlen.
ist vielleicht auch ein Aspekt unter vielen.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

who?

laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

suche

 

recent contributions

Mein Gott...das ist echt...
Mein Gott...das ist echt eine schreckliche Geschichte...
Irene Coole Spiele (Gast) - 7. Dez, 15:11
krems und die scheinheiligkeit.
in krems, meiner schulstadt, ist was passiert. zwei...
laurenzennser - 9. Aug, 01:37
hi freaks.
wenige wochen nach der ep-wahl haben sich die fraktionen...
laurenzennser - 19. Jul, 20:33
Das perfideste an diesem...
Das perfideste an diesem komischen Protest ist ja,...
Mathias (Gast) - 14. Jul, 13:07
schwerer denkfehler
lieber laurenz, tut mir leid, aber ich seh' einfach...
Michael Bauer (Gast) - 7. Jul, 13:18
also mal halblang
man muss schon differenzieren: dass ö eine (viel)...
laurenzennser - 7. Jul, 10:33
spiel-satz-sieg für...
also über diesen beitrag muss ich mich schon sehr...
Michael Bauer (Gast) - 6. Jul, 20:20
free access to bullshit.
die nächste novelle zum universitätsgesetz...
laurenzennser - 6. Jul, 17:55

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB