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Sonntag, 19. April 2009

vermögenssteuern sind nicht links!

oder zumindest sind jene länder, die tatsächlich hohe vermögensteuern haben, nicht gerade horte des kryptokommunismus:

vrmst
daten: oecd 2006

vermögen tragen in kaum einem anderen land so wenig zum gesamtsteueraufkommen bei wie in österreich. NB: in den hier präsentierten zahlen sind aber noch erbschafts- und schenkungssteuer berücksichtigt, die 2008 ausgelaufen sind.

die großen brocken der steuer- und abgabenlast tragen hierzulande einkommensbezieherInnen (via einkommenssteuer und sozialversicherungsbeiträge) und konsumentInnen (via umsatzsteuer).

an den groben größenordnungen wird sich auch in zukunft nichts ändern. aber eine verschiebung hin zu mehr gerechtigkeit und leistungsfreundlichkeit im steuersystem ist längst fällig.
Gerald Bäck (Gast) - 20. Apr, 00:26

nicht ganz

"NB: in den hier präsentierten zahlen sind aber noch Erbschafts- und Schenkungssteuer berücksichtigt, die 2008 ausgelaufen sind."

Genau das gilt natürlich auch für die anderen Länder, deswegen sind die USA in dieser Statistik da auch so weit vorne. Aber Erb- und Schenkungssteuer sind keine Vermögensteuern im eigentlich Sinn, sondern eine Steuer auf den Transfer von Vermögen. Ich finde das gut, weil ich das steuerfreie Erben von großen Vermögen für leistungsfeindlich halte.

Eine Vermögensteuer in eigentlichen Sinn, halte ich aber für pure Enteignung und ebenso leistungsfeindlich.

Hab mir dazu auch hier http://www.baeck.at/blog/2009/04/16/warum-vermoegensteuern-bloed-sind/ ein paar Gedanken gemacht.

laurenzennser - 20. Apr, 11:40

lieber bäck!

ein blick in die oecd-statistik verrät mir, dass er löwenanteil der vermögenssteuern in den usa nicht aus erbschafts- und schenkungssteuern kommt, sondern aus steuern auf immobilien.

über die sinnhaftigkeit von steuern kann man streiten, warum aber eine steuer auf (große) vermögen leistungsfeindlich sein soll, versteh ich nicht. vor allem aber ist eines nicht leistungsfeindlich: die steuerliche entlastung von arbeit. dafür muss kohle her. und wenn alle verwaltungsreformen der welt ausgeschöpft sind, dann müssen dafür eben große vermögen herhalten.
Gerald Bäck (Gast) - 21. Apr, 23:35

Niedrigsteuerländer

Ganz vorne sind aber vor allem Länder mit einem sehr niedrigen Gesamtsteueraufkommen. Aussagekräftigere Daten wären eine prozentuelle pro Kopf Angabe.

Du hast natürlich recht, dass Steuern auf Arbeit leistungsfeindlich sind. Von mir kann man die auch abschaffen und aufkommensbeutral mit einer Energie-/Ressourcensteuer ersetzen. Dann würde sich Arbeiten mehr lohnen und Energiesparen erst recht.
kritikus.at (Gast) - 21. Apr, 08:03

Na ja, so recht rechts ist die Forderung nach Vermögenssteuern aber auch nicht... ;)

laurenzennser - 21. Apr, 22:37

nein,

sie ist einfach sinnvoll :)

laurenzennser

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