staat vs. religion?
jüngst waren religionsgemeinschaften stark im mittelpunkt öffentlichen interesses: pius-brüder, bischofsernennung, demokratie und islam. miteinander haben diese dinge wenig zu tun – außer, dass sie berechtigten anlass darstellen, gründlich über das verhältnis von staat und religion in österreich nachzudenken.
eine laizismus-initiative will jetzt für stärkere trennung von religion und staat eintreten. auf den ersten blick ein hehres ansinnen, bei näherer betrachtung stoßen manche formulierungen aber leicht sauer auf. da heißt es unter anderem:
„Außerdem stehen zumindest die großen monotheistischen Religionen im Widerspruch zur Demokratie […] Wenn es über den 3 Gewalten des Staates für die Religionsgemeinschaften noch eine übergeordnete Autorität gibt, dann können sie sich zu einem Staat und seinen Gesetzen nicht bekennen.“
hä?!?
demokrat und christ/moslem/jude, das geht also nicht zusammen. und die religionsgemeinschaften verstoßen ganz prinzipiell gegen jede rechtsstaatliche verfassung.
sorry, aber da wird’s mir zu bunt. warum muss der an sich sinnvolle versuch einer diskussion über das verhältnis von staat und religion mit solch schwachsinnigen argumenten geführt werden, noch dazu unterfüttert von einer prinzipiellen abscheu gegenüber religionen?
und warum konstruiert man da eine künstliche konkurrenz zwischen weltlichen und nicht-weltlichen autoritäten? warum verunglimpft man religion per se als ein antidemokratisches prinzip?
natürlich ist das verhältnis des staates zu den verschiedenen religionen oft ein schwieriges. die trennung von kirche und staat ist in österreich tatsächlich nicht sauber vollzogen. gerade deswegen ist nüchternheit angebracht: religionsunterricht, kreuze in öffentlichen gebäuden, mitspracherecht des ministerrats bei bischofsernennungen – all das gehört hinterfragt und diskutiert. aber nicht auf grundlage antireligiöser intoleranz.
eine laizismus-initiative will jetzt für stärkere trennung von religion und staat eintreten. auf den ersten blick ein hehres ansinnen, bei näherer betrachtung stoßen manche formulierungen aber leicht sauer auf. da heißt es unter anderem:
„Außerdem stehen zumindest die großen monotheistischen Religionen im Widerspruch zur Demokratie […] Wenn es über den 3 Gewalten des Staates für die Religionsgemeinschaften noch eine übergeordnete Autorität gibt, dann können sie sich zu einem Staat und seinen Gesetzen nicht bekennen.“
hä?!?
demokrat und christ/moslem/jude, das geht also nicht zusammen. und die religionsgemeinschaften verstoßen ganz prinzipiell gegen jede rechtsstaatliche verfassung.
sorry, aber da wird’s mir zu bunt. warum muss der an sich sinnvolle versuch einer diskussion über das verhältnis von staat und religion mit solch schwachsinnigen argumenten geführt werden, noch dazu unterfüttert von einer prinzipiellen abscheu gegenüber religionen?
und warum konstruiert man da eine künstliche konkurrenz zwischen weltlichen und nicht-weltlichen autoritäten? warum verunglimpft man religion per se als ein antidemokratisches prinzip?
natürlich ist das verhältnis des staates zu den verschiedenen religionen oft ein schwieriges. die trennung von kirche und staat ist in österreich tatsächlich nicht sauber vollzogen. gerade deswegen ist nüchternheit angebracht: religionsunterricht, kreuze in öffentlichen gebäuden, mitspracherecht des ministerrats bei bischofsernennungen – all das gehört hinterfragt und diskutiert. aber nicht auf grundlage antireligiöser intoleranz.
laurenzennser - 18. Feb, 02:44

