postdemokratie.
während der wahlkampf richtig auf touren kommt, nehm ich mir eine kleine gedankliche auszeit und widme mich der lektüre dieses buches:

colin crouch, politologe in warwick (uk), subsumiert unter dem begriff „postdemokratie“ viele phänomene, die vor allem, aber nicht nur, in den entwickelten demokratien platz greifen: zunehmende politikverdrossenheit, aushöhlung demokratischer institutionen, hörigkeit der politischen eliten gegenüber wirtschaftslobbys, reduktion der politischen kommunikation auf marketing- und werbebotschaften …
ein zitat:
der begriff (postdemokratie, anm.) bezeichnet ein gemeinwesen, in dem zwar nach wie vor wahlen abgehalten werden, wahlen, die sogar dazu führen, dass regierungen ihren abschied nehmen müssen, in dem aber konkurrierende teams professioneller pr-experten die öffentliche debatte während der wahlkämpfe so stark kontrollieren, dass sie zu einem reinen spektakel verkommt, bei dem man nur über eine reihe von problemen diskutiert, die die experten zuvor ausgewählt haben. die mehrheit der bürger spielt dabei eine passive, schweigende, ja sogar apathische rolle, sie reagieren nur auf die signale, die man ihnen gibt. im schatten dieser politischen inszenierung wird die reale politik hinter verschlossenen türen gemacht: von gewählten regierungen und eliten, die vor allem die interessen der wirtschaft vertreten.
crouch betont, dass diese darstellung keine beschreibung des status quo ist, sondern ein zustand, auf den sich demokratische gesellschaften zubewegen. die deregulierung globaler märkte führt zu einer entmachtung der politik gegenüber wirtschaftlichen interessen. diese (selbst verschuldete) ohnmacht der politik quittieren wählerInnen mit frustration, stimmenthaltung, vertrauensentzug. die demokratischen verfahren und institutionen verkommen so zu einer hülle ohne kern.
am ende des buches steht unter dem titel „und jetzt?“ aber auch ein kapitel mit ansätzen einer gegenstrategie. wenn ich dort angekommen bin, erzähl ich weiter :)

colin crouch, politologe in warwick (uk), subsumiert unter dem begriff „postdemokratie“ viele phänomene, die vor allem, aber nicht nur, in den entwickelten demokratien platz greifen: zunehmende politikverdrossenheit, aushöhlung demokratischer institutionen, hörigkeit der politischen eliten gegenüber wirtschaftslobbys, reduktion der politischen kommunikation auf marketing- und werbebotschaften …
ein zitat:
der begriff (postdemokratie, anm.) bezeichnet ein gemeinwesen, in dem zwar nach wie vor wahlen abgehalten werden, wahlen, die sogar dazu führen, dass regierungen ihren abschied nehmen müssen, in dem aber konkurrierende teams professioneller pr-experten die öffentliche debatte während der wahlkämpfe so stark kontrollieren, dass sie zu einem reinen spektakel verkommt, bei dem man nur über eine reihe von problemen diskutiert, die die experten zuvor ausgewählt haben. die mehrheit der bürger spielt dabei eine passive, schweigende, ja sogar apathische rolle, sie reagieren nur auf die signale, die man ihnen gibt. im schatten dieser politischen inszenierung wird die reale politik hinter verschlossenen türen gemacht: von gewählten regierungen und eliten, die vor allem die interessen der wirtschaft vertreten.
crouch betont, dass diese darstellung keine beschreibung des status quo ist, sondern ein zustand, auf den sich demokratische gesellschaften zubewegen. die deregulierung globaler märkte führt zu einer entmachtung der politik gegenüber wirtschaftlichen interessen. diese (selbst verschuldete) ohnmacht der politik quittieren wählerInnen mit frustration, stimmenthaltung, vertrauensentzug. die demokratischen verfahren und institutionen verkommen so zu einer hülle ohne kern.
am ende des buches steht unter dem titel „und jetzt?“ aber auch ein kapitel mit ansätzen einer gegenstrategie. wenn ich dort angekommen bin, erzähl ich weiter :)
laurenzennser - 30. Aug, 09:58

