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Samstag, 30. August 2008

postdemokratie.

während der wahlkampf richtig auf touren kommt, nehm ich mir eine kleine gedankliche auszeit und widme mich der lektüre dieses buches:

postdemo

colin crouch, politologe in warwick (uk), subsumiert unter dem begriff „postdemokratie“ viele phänomene, die vor allem, aber nicht nur, in den entwickelten demokratien platz greifen: zunehmende politikverdrossenheit, aushöhlung demokratischer institutionen, hörigkeit der politischen eliten gegenüber wirtschaftslobbys, reduktion der politischen kommunikation auf marketing- und werbebotschaften …

ein zitat:

der begriff (postdemokratie, anm.) bezeichnet ein gemeinwesen, in dem zwar nach wie vor wahlen abgehalten werden, wahlen, die sogar dazu führen, dass regierungen ihren abschied nehmen müssen, in dem aber konkurrierende teams professioneller pr-experten die öffentliche debatte während der wahlkämpfe so stark kontrollieren, dass sie zu einem reinen spektakel verkommt, bei dem man nur über eine reihe von problemen diskutiert, die die experten zuvor ausgewählt haben. die mehrheit der bürger spielt dabei eine passive, schweigende, ja sogar apathische rolle, sie reagieren nur auf die signale, die man ihnen gibt. im schatten dieser politischen inszenierung wird die reale politik hinter verschlossenen türen gemacht: von gewählten regierungen und eliten, die vor allem die interessen der wirtschaft vertreten.

crouch betont, dass diese darstellung keine beschreibung des status quo ist, sondern ein zustand, auf den sich demokratische gesellschaften zubewegen. die deregulierung globaler märkte führt zu einer entmachtung der politik gegenüber wirtschaftlichen interessen. diese (selbst verschuldete) ohnmacht der politik quittieren wählerInnen mit frustration, stimmenthaltung, vertrauensentzug. die demokratischen verfahren und institutionen verkommen so zu einer hülle ohne kern.

am ende des buches steht unter dem titel „und jetzt?“ aber auch ein kapitel mit ansätzen einer gegenstrategie. wenn ich dort angekommen bin, erzähl ich weiter :)

Sonntag, 2. März 2008

ich weiß zwar nicht genau

warum ich das jetzt mache, aber in maschis blog findet sich eine art erklärung für dieses stöckchen, die lautet so:

Nimm das nächst liegende Buch.
Schlage es auf Seite 123 auf.
Notiere die Sätze 6 - 8 in dein Blog!
Bitte 5 Blogger, das Gleiche zu tun.


alright, let’s go:

was stattfindet, ist eine durchgreifende neubestimmung des denkens selbst, seiner funktion und seines inhalts. die gleichschaltung des individuums mit seiner gesellschaft reicht in jene schichten des geistes hinein, in denen gerade diejenigen begriffe ausgearbeitet werden, die bestimmt sind, die etablierte wirklichkeit zu erfassen. die begriffe werden der geistigen tradition entnommen und in operationelle termini übersetzt – eine übersetzung, bei der die spannung zwischen denken und wirklichkeit dadurch vermindert wird, dass sie die negative macht des denkens schwächt.

hm, ob mir dieses experiment tatsächlich mehr lust auf herbert marcuses buch „der eindimensionale mensch“ macht?

we’ll see, aber jedenfalls der vollständigkeit halber die verlaufsgeschichte des stöckchens: tina > odradek > rebell.tv > kellerabteil > rigardi.org > Zur Politik > maschi

wem geb ich das jetzt weiter? kenn ich überhaupt noch fünf andere bloggerInnen??? da fallen mir einmal ein:

markus gansterer
die weltbeobachterin
marie ringler
der gute jacob christensen, falls er sich einmal hierher verirrt
und last but definitely not least johannes rauch

da bin ich mal neugierig …

Samstag, 30. Juni 2007

licht!

zum schreien, der bachmannpreis-beitrag des hervorragenden peter licht.

Freitag, 29. Dezember 2006

lesen gefährdet die dummheit

nachwelt

deswegen wieder einmal streeruwitz. hab mich auch durch ihr „jessica, 30“ gekämpft. war schwierig, aber beeindruckend, mit welcher konsequenz sie ihr schreiberisches konzept durchhält. ziemlich gnadenlos, so wie der inhalt selbst.

was ich bisher von „nachwelt“ intus habe, gefällt mir. ich mag inhalte, die nicht rein fiktiv sind, sondern historisch verortet.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

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