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menschenrechte

Freitag, 28. März 2008

khol und die homos.

ok, ok, ich geb es zu: es ist ziemlich einfach, andreas khol (ja, genau den!) auf seinen jüngsten kommentar in der presse hin als verstockten verfechter vorvorgestriger vorstellungen (alliteration rules!) von ehe und familie zu brandmarken. aber manchmal verlangen dumme sprüche von wegen "angeblicher diskriminierung" einfach nach einer resoluten antwort.

was sind also die argumente khols?

1. die homo-ehe schafft eine "ehe light", die die traditionelle institution ehe untergrabe.

2. die kinder und die frauen zahlen drauf, weil es dadurch weniger sicherheiten und absicherungen gibt.

3. die "alltagsdiskriminierung" muss selbstverständlich weg, aber nicht um den preis einer gleichstellung.

versuchen wir also, das mit etwas argumentativer logik zu entkräften:

ad 1.: khol vermischt zuerst homo-ehe und eingetragene partnerschaften. später trennt er die begriffe. er stellt fest, dass in frankreich die meisten eingetragenen partnerschaften (PACS heißt das dort) zwischen mann und frau geschlossen werden. was dabei gegen eine öffnung der ehe für homosexuelle mit allen rechten und pflichten spricht, wird nicht verraten.

ad 2.: dieses argument kann ich noch am ehesten nachvollziehen, es ist aber hier fehl am platz. man muss trennen zwischen zwei fragen. zum einen: soll man die ehe für homosexuelle öffnen? zum zweiten: soll man eine neue rechtsform für alle schaffen? khols zweites argument rechtfertigt höchstens bedenken gegenüber letzterem, nicht aber gegenüber der öffnung der ehe.

ad 3.: hier finden wir die klassische kognitive dissonanz vieler konservativer: keine gleichberechtigung, aber keine diskriminierung. (ähnliche nicht-logik gibt es bei der schuldiskussion oft: gesamtschule ja, aber nicht für alle.)
dabei weiß gerade der bildungsbürger khol nur zu gut, dass das lateinische wort "discrimen" soviel wie "unterschied" bedeutet. wenn schon, dann soll man offen sagen, dass man für die diskriminierung ist.

Freitag, 2. November 2007

manchmal wundert man sich.

nämlich darüber, mit welcher chuzpe internationale standards in österreich einfach übergangen und unterlaufen werden. nicht, dass solche dinge in anderen europäischen ländern nicht auch an der tagesordnung stehen würden, aber diese meldung (man darf auf die details gespannt sein) ist eine ohrfeige für die menschenrechts- und justizpolitik hierzulande.

in meiner naivität würde ich ja annehmen, dass die meisten politischen akteure sich aus reinem stolz eine derart ignorante und unkooperative verhaltensweise auf internationaler ebene nicht nachsagen lassen wollen. aber vielen dürfte das nicht einmal peinlich sein.

laurenzennser

„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.“ (Kurt Tucholsky)

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laurenz ennser, *1982
• studienassistent institut f. soziologie (uni wien) • student (politikwissenschaft)
• gemeinderat (langenlois/nö)

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